Entlastung und Sicherheit

Laufband

Stürze sind auf dem neuen Laufband im Gertrudis-Hospital ausgeschlossen. Auch für Kerstin Beermann bietet das Gerät Entlastung: Durch den Therapeutensitz nahe zur Laufbandmitte kann sie ohne große physische Belastung die Patienten betreuen.

 

Gertrudis-Hospital setzt neues Laufband in der Therapie ein

Jeder, der schon einmal am Knie, am Bein oder an der Hüfte operiert wurde, kennt das Problem: Zu Beginn der Rehabilitation darf man den verletzten Körperteil nicht gleich mit vollem Gewicht wieder belasten. Doch wie stellt man sicher, dass man zum Beispiel gerade mit 30 Kilogramm auftritt? „Das ist ganz schön schwierig, selbst für uns Therapeuten“, gesteht Kerstin Beermann, leitende Physiotherapeutin im Gertrudis-Hospital in Herten-Westerholt. „Man kann zwar einen Fuß auf die Waage stellen und dadurch eine ungefähre Vorstellung für den Druck bekommen. Aber dieses Gefühl auf die Laufbewegung zu übertragen, ist sehr schwer. Denn beim Gehen belastet man den Fuß unwillkürlich anders“, so Beermann.

Bei der richtigen Belastung hilft im Gertrudis-Hospital seit einiger Zeit ein neues und im Kreis Recklinghausen einzigartiges Laufband, das über ein Gewichts-Entlastungs-System verfügt. Steigen die Patienten auf dieses Gerät, werden sie wie Bergsteiger von Gurten gehalten, um die Last des Körpergewichts zu reduzieren. „Wir können dann genau die Kilo-Zahl einstellen, mit der die Patienten auftreten dürfen“, erläutert Beermann.

Das neue Laufband eignet sich sowohl für die Therapie von Patienten mit orthopädischen als auch mit neurologischen Bewegungsstörungen, wie sie etwa als Folge eines Schlaganfalls oder eines Parkinson-Leidens auftreten können. Vor allem in der Behandlung betagter Menschen bietet das Laufband ein großes Plus: Es gibt Sicherheit. „Wir haben viele Patienten, die ein normales Laufband aus Angst vor Stürzen nicht betreten. Hier werden sie jedoch vom Gurtsystem gehalten, so dass sie gar nicht fallen können“, erzählt die Physiotherapeutin.

Darüber hinaus verfügt das Laufband über eine Rampe, die selbst Rollstuhlfahrern leichten Zugang zur Lauffläche gewährt. Bei einigen alten Patienten, die sich zum Beispiel nach einer komplizierten Beinfraktur zunächst nur im Rollstuhl fortbewegen, beginnt das Mobilitätstraining damit, dass sie sich wieder aufrichten. „Dies ist wichtig, um das Gefühl für die Körpermitte nicht zu verlieren. Außerdem übt man mit dem Stehen den Gleichgewichtssinn und regt den Kreislauf an“, so Beermann. Und ganz nebenbei fördert das neue Laufband auch die Motivation. Denn die Patienten gewinnen dort die Sicherheit, dass sie wieder auf die Beine kommen können. „Ich höre ganz oft von den Patienten den Satz: ‚Das Gehen auf dem Laufband macht mir Mut und gibt mir Ansporn für die weitere Therapie“, freut sich Beermann.