BodySense

... ein Erlebnisbericht

von Irmgard Schnieders, Herten-Westerholt

Trotz aller Methoden und Übungen, die mir im Laufe der Zeit über den Weg gelaufen sind und die mir – alle auf ihre Art – in bestimmten Situationen meines Lebens weiter geholfen haben, war ich im Herbst letzten Jahres wieder einmal an einem Punkt angekommen, an dem ich einfach nicht weiter kam. Mein großes Thema war „Aufräumen, ordnen, strukturieren“.


Eigentlich musste ich nur wegen eines verrutschten Wirbels zu Christiane, meiner Homöopathin, die mir diesbezüglich immer recht gut mit der Dorn-Methode weiterhelfen kann.
Der Wirbel war fix wieder drin und wir unterhielten uns über dieses und jenes, als mein Blick auf ein Plakat fiel, auf dem der Begriff „BodySense“ zu lesen war.
Christiane, die auch kinesiologisch mit ihren Patienten arbeitet, erklärte mir, das wäre eine Methode, um mit Hilfe leichter Körperübungen (sie weiß, dass ich mich nur ungern übermäßig sportlich betätige) unliebsame Gewohnheiten zu verändern. Dazu schaut man auf wunderschöne Karten, die 5 verschiedene Motive und dazu 6 jeweils passende Begriffe aufweisen und macht die dazu passenden Bewegungen. Das dauert nicht länger als ca. 5-10 Minuten.


Seit langem ist ja bekannt, dass ein Zusammenhang besteht zwischen Muskelbewegung und Gehirntätigkeit. So weiß man heute, dass Kinder, die nicht in der Lage sind rückwärts zu gehen, auch Schwierigkeiten mit dem Subtrahieren haben. An Grundschulen wird daher mehr und mehr dazu übergegangen, das Lernen mit Bewegung zu kombinieren.
So ist es auch nur logisch, Bewegung und Gehirnaktivität miteinander in Verbindung zu bringen.
Der geringe Zeitaufwand begeisterte mich und Christiane testete mit Hilfe des kinesiologischen Muskeltests aus, worin mein Grundproblem momentan besteht. So kamen wir auf den Satz: „ Ich habe eine positive Einstellung meinem Leben gegenüber.“ Den musste ich nun 3 Wochen lang mittels sog. „ Hook ups“ (Übung aus der Kinesiologie) einüben.
Gleichzeitig begann ich aber schon mit BodySense, Jeden Morgen übte ich die 5 Karten, die nach den 5 Elementen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin gestaltet sind, rauf und runter. Nach bereits einer Woche stand ich morgens mit einem wesentlich positiveren Gefühl auf, das sich – im Großen und Ganzen – bis heute gehalten hat.
Nach diesen 3 Wochen war es an der Zeit, den nächsten Wunschsatz herauszufinden. Der bezog sich nun auf eine Sache, die mich seit Jahren verfolgt und nervt – meine Unfähigkeit, vernünftig zu planen und zu strukturieren. So schien mir der Satz:“ Ich strukturiere, ordne, räume auf und schaffe Systeme mit Leichtigkeit“ gerade passend zu sein für mein Problem.


Für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit, ist es mir nur unter Anstrengung und mit viel Aufwand möglich, Dinge einzuordnen und zu systematisieren. Wenn ich einen goldenen Stern finde, der von Weihnachten übrig geblieben ist, so überlege ich stundenlang, in welche Schachtel er kommt: in die Weihnachtssternekiste (da finde ich ihn aber nicht wieder, wenn ich ihn vielleicht mal für ein Geschenk oder eine andere Bastelei finde), oder in die Kiste für Goldkram (was wird dann Weihnachten?), oder etwa in den Karton für allgemeine Bastelkleinigkeiten…? Und so kann das endlos weitergehen. Meistens bin ich nach all diesen Überlegungen dann dermaßen unentschlossen, dass ich ihn einfach zu den anderen 25 nicht eingeschachtelten Kleinigkeiten auf den Basteltisch lege. Irgendwann ist das Chaos dann so groß, dass ich meinen Mann anflehe, doch endlich mal wieder mit mir aufzuräumen. Wenn ich einen „Ordner“ habe, bin ich darin nämlich ziemlich gut!
Aber da das so nicht weitergehen kann, übe ich jeden Morgen meinen Satz, indem ich auf die Karte schaue, auf der die Worte „Disziplin“ und „Freiräume“ stehen.
Diese Karte ist dem Element Metall zugeordnet. Wer sich ein bisschen mit der TCM auskennt, weiß, dass die 5-Elemente Lehre ein anerkanntes Ordnungssystem darstellt, in das alles andere wie z. B. unsere Körperorgane, emotionale Zustände, Farben, Gerüche und selbstverständlich auch die Muskelgruppen eingeordnet werden können. In  meinem Fall wäre das die Verbindung: Foto (Matterhorn) - Begriff (Freiräume + Disziplin) – Element (Metall) – Farbe (weiß) – Bewegung (Arme senkrecht nach oben und Unterschenkel anwinkeln).
Werden diese Elemente miteinander kombiniert, so passiert gleichzeitig in unserem Gehirn ein „Umbau“, d. h. alte Gewohnheiten und Bahnen, die sich dort eingegraben haben ( was übrigens tatsächlich auf der physikalischen Ebene geschieht, indem Neuronen = Gehirnzellen, neu gebildet werden) werden durch neue Strukturen überlagert. Allerdings kann es in dieser Umstrukturierungsphase manchmal auch heißen: „Wegen Umbau geschlossen“. Das waren dann die Tage, an denen ich das Gefühl hatte, dass das Chaos komplett ausbrach und ich glaubte, dass ich nie wieder irgendeine Struktur in mein Leben bringen könnte.

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