Keine Angst vor Füchsen

Fuchs

Foto: Herbert Beste

Zur Pressemitteilung  „Fuchs kämpft mit Hund - Fuchs am Tage im Schlosspark fotografiert“ schickte uns Herbert Beste vom NABU Herten folgenden Bericht:

Reinecke Fuchs – ein sagenumworbenes Geschöpf

In vielen Geschichten, besonders in Fabeln, werden menschliche Eigenschaften auf Tiere übertragen. Besonders schlecht kommen dabei Adler, Wolf und auch der Bär weg. Das negative Bild führte in Mitteleuropa zum Ausrottungsfeldzug gegen diese fleischfressenden Tiere: Sie wurden rücksichtslos – teilweise bis zur Ausrottung – verfolgt.

Auch heute noch werden von vielen Naturnutzern – wie z. B. Fischern, Tierzüchtern und Jägern – diese sogenannten „Schädlinge“ - da Nahrungskonkurrenten – sehr kritisch gesehen.

Auch der Fuchs  kommt in Fabeln vor und wird dort als schlau, gerissen und hinterhältig geschildert.„Unser größter Beutegreifer, einschließlich seiner auffällig langen Rute bis zu 110 cm lang, ist ein besonders schönes Tier – ein Juwel! Vor allem im Winterfell sieht er gut aus: rotbraun, weißer Latz und dazu dieses außergewöhnliche Schlaumeier-Gesicht.“ -  Zitat von Rien Poortvliet.

Reinecke ist vorsichtig und argwöhnisch; er belauert umsichtig sichernd seine mögliche Beute. In früheren Zeiten ist er in Geflügelställen eingedrungen und hat dort leichte Beute gemacht, daher stammt das Kinderlied „Fuchs du hast die Gans gestohlen“.

Der Fuchs ist ein Allesfresser:  Eier, Frösche, Würmer, Obst, Pflanzen und Früchte stehen auf seinem Speiseplan, auch schwache und kranke Wildtiere erlöst er schnell von ihrem Leiden. Er ist aus unserer Sicht recht nützlich, denn mehr als die Hälfte seiner Nahrung besteht aus Mäusen. Wie Rabenvögel und Möwen vertilgt er auch Abfälle, die er besonders in menschlichen Siedlungen findet - sogar in Küchen und Imbissbuden wurde er schon beobachtet. 

Als Verstecke, um dort den Tag zu verbringen, nutzt das lernfähige Tier hier ein Holzstapel oder Röhren, dort eine Treppe oder ein Gebüsch. Von Natur ist Reinecke kein typisches Nachttier. Weil er aber seit Menschengedenken mit Pulver und Blei sowie Gas und Fallen gejagt wurde, wich der Schlaumeier auf die Nachtaktivität aus.


Im Januar allerdings ist er liebestoll, dann sucht der Rüde die Fähe, so dass man sie auch häufig am Tage zu Gesicht bekommen kann. 7 bis 8 Wochen nach der Paarung kommen meist 4-6 Junge zur Welt. Ab Spätherbst gehen diese dann ihre eigenen Wege.


Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) kommt in ganz Europa vor, außer in Island, sowie in großen Teilen Asiens, Nord-Afrikas und Nord-Amerikas. Der Fuchs darf europaweit bejagt werden. In NRW liegt die jährliche Jagdstrecke etwa bei rund 50 000 Tieren und in der Bundesrepublik bei cirka 600 000 Stück. Erhöhte Nahrungsverfügbarkeit hat die Bestände des Fuchses deutlich ansteigen lassen. Der Frühjahrsbestand ist in NRW bei 250 000 Tieren anzunehmen.

Übrigens: Im Kreis Recklinghausen sind seit 30 Jahren keine Tollwutfälle bekannt.


Verwendete Literatur :
Pareys: Säugetiere
Rien Poortvliet –  „Und jeder Fuchs hat seinen Bau“
NABU Positionspapier  zur Landes-Jagdverordnung NRW
LÖBF 2006 ( jetzt LANUV)




Februar 2009